[Dichtung] Heinrichs von Mügeln Von den freien Künsten

      [Dichtung] Heinrichs von Mügeln Von den freien Künsten

      Habe da mal ein Gedicht aus einer einige Jahre alten Handschrift abgeschrieben (fast 200 Verse).
      Da ich hier nicht mehr so viel schreibe, dachte ich mir, ich kann's mal posten.
      Auch wenn ich nicht alles verstand, fand ich Rechtschreibung und Inhalt recht interessant.
      Eine Grammatik aus der Zeit kenne ich nicht, doch immerhin einige Begriffe lehrt dieses Gedicht (z.B. nam = lat. nomen, nhd. Nennwort).

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      Ist Altdeutsch, aber das ist etwas ungenau.
      Genauer: Mittelhochdeutsch, 14. Jahrhundert (also ursprünglich, die Handschrift selbst könnte jünger sein).

      Interessiert hat es micht eigentlich nur wegen der ersten Strophe, da sie Grammatikbegriffe enthält.
      Alten Schreibweisen (z.B. cz statt z) interessieren mich zwar auch, aber das habe ich schon anderswo gesehen und dafür reicht mir das ansehen.

      Deitsch sagt mir nichts.
      Nach Aufrufen von WP:
      Pennsylvanisch-Deutsch habe ich mal gesehen, aber mir gefällt's nicht.
      Naja, allgemein gefallen mir hochdeutsche Dialekte oft nicht. Sie wirken oft so heruntergekommen, verfallen, barbarisch. Andererseits könnten sie noch ai und ei unterscheiden, was Grammatiker bis ins 19. Jahrhundert taten. (Einige unterschieden auch äu und eu, aber da weiß ich noch nicht wie und ob das sinnig ist.)
      Niederdeutsche Dialekte haben da den Vorteil, daß sie keine hochdeutschen Dialekte sind und daß die niederdeutsche Sprache in gewisser Weise unterdrückt und verachtet wurde und wird.

      Yiddisch, zumindest richtiges Yiddisch, schreibt man mit diesen Judenbuchstaben, heutzutage auch mit Vokalisierungszeichen
      z.B.
      ארטיקל
      oder mit Vokalisierungszeichen
      אַרטיקל
      - beides bedeutet Artikel.
      Man könnte es zwar umschreiben, aber ich bevorzuge echte Schreibungen, ggf. mit Umschriften zur Hilfe. Aber beim Umschreiben mag ich eigenwillig sein, z.B. würde ich es jiddisch umschreiben und nicht nicht englisch yiddisch oder yiddish. Wenn anderswo j für einen Laut wie in Journalismus verwendet wird, bräuchte man natürlich noch ein anderes Zeichen...

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      Vielleicht nebenbei erwähnt, was ich mir demnächst anschauen wollte:

      * Deklination von Fuß mit dem Plural Füß, also ohne e - falls man da süberhaupt von Fuß mit dem Plural Füße trennen kann.

      * Deklination von Fůß (mit o über u).
      Einfacher geschrieben könnte es etwas wie Fuoß und im Plural Füeß sein. Bei Fůß könnte es Probleme bei der Schreibweise geben, z.B. mit uͤ/ü für üe und ü. Einmal sah ich da jedoch die Unterscheidung von uͤ (Umlaut von ů) und ü (Umlaut von u), wobei a und o - in unpassender Weise - als aͤ und oͤ umgelautet wurden.

      * Die Schreibungen ay und ey.
      Habe dazu bisher zwei Erklärungen gefunden.
      1. Durch historische Schreibungen begründet: Früher gab war i/j nur ein Buchstabe und so schrieb man freyen, damit es freien und nicht frejen ist.
      2. Etymologisch begründet als ey = eij, wobei es auch die Begründungen auf alten oder falschen Etymologieen fußen könnten. In einigen Sprachen taucht tatsächlich ein j auf, z.B. deutsch freien und plattdeutsch (ostfriesisch) frejen. Aber k.A., ob diese Erklärung stimmig ist. Gegenbeispiele gibt es (z.B. Kayser, Käyser, Keyser = Kaiser, selteneres meyn für mein), aber das könnte man noch als Falschschreibungen abtun.